Freitag, 22. März 2019

Kreisneu

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Chronik

 

 

Der Beginn

Die ersten Anläufe und Planungen zur Gründung eines, damals noch sogenannten, Bezirksfeuerwehrverbands Biberach starteten bereits nach dem ersten Weltkrieg.

Die erste Vertreterversammlung der Feuerwehren fand am 3. 6. 1925 in Biberach statt. Doch die Mehrzahl der Teilnehmer, die aus Vertretern der Gemeinden bestand, lehnte „trotz eingehender Aufklärung über Zweck und Ziel“ eines Verbandes die Gründung ab. Mit Unterstützung des Landrats und des Landesfeuerwehrverbandes Württemberg nahmen die Vorbereitungen zur Gründung wieder Fahrt auf. Als Satzungsgrundlage stand die Satzung der Bezirksfeuerwehrverbandes Ulm Pate.

Bei der nachfolgenden Kommandantenversammlung des Oberamtsbezirkes Biberach am 14. 3. 1928 sprachen sich alle Kommandanten für die Gründung aus. Auch die Ortsvorsteher befürworteten nach eingehender Beratung und Abstimmung am 11. 4. 1928 über die Satzung die Gründung. Bis zum Oktober stimmten 39 von 44 Gemeinden dem Betritt zum neuen Bezirksfeuerwehrverband zu. Fünf Gemeinden hatten sich noch nicht entschieden, Alberweiler, Aufhofen, Bellamont, Ober- und Untersulmetingen, schlossen sich aber zeitnah dem Verband an. Am 31. 10. 1928 fand die offizielle Gründungsveranstaltung in Ochsenhausen statt, bei der die Satzung genehmigt und im Anschluss die Vertreter des Verbands gewählt wurden. 1. Vorsitzender wurde der Wehrführer Müller aus Biberach, Kassier Wilhelm Gruß. Der 1. Kreisfeuerwehrverbandstag wurde am 26. Mai 1929 in Ochsenhausen abgehalten.

Landrat Risch hatte die Vorbereitung und Gründung seitens der Bezirksverwaltung vorbereitet und unterstützt. Der Kreisfeuerwehrverband Biberach war einer der letzten, späten Verbandsgründungen aller Oberamtsbezirke in Württemberg. Rechtsgrundlage war die Eintragung des Verbandes als Verein.

Die Satzung gestaltete sich sehr übersichtlich. Der Zweck des Verbandes wurde wie folgt definiert: „Der Verband bezweckt eine rege kameradschaftliche Verbindung der Feuerwehren des Oberamtsbezirkes Biberach behufs Förderung und einheitlicher Gestaltung des Feuerlöschwesens im Bezirk, durch Abhaltung von Bezirksversammlungen, durch die Tätigkeit im Bezirks-Feuerwehrausschuss und durch den Verkehr mit dem Landes-Feuerwehrauschuss.“

Aus heutiger Sicht kann festgestellt werden, dass der Kreisfeuerwehrverband durch seine Versammlungen durch Fachvorträge, Kommandantenbesprechungen und Übungen die Aufgabe und Organisation einer einheitlichen und überregionalen Ausbildung auf sich genommen hat. Die Finanzierung dieser Versammlungen und der Verbandstage erfolgte durch einen Mitgliedsbeitrag der einzelnen Gemeinden.

Mit dem Gesetz zur Kreisordnung vom 29. Januar 1934 wurden die Oberamtsbezirke in Kreise umbenannt. Die Bezeichnungen Oberamt durch Kreis- und Amtskörperschaft durch Kreisverband, beinhaltete aber noch keine Änderung der Grenzen. Erst mit der Landkreisreform vom 25. April 1938 wurden auch in Württemberg die Grenzen der Kreise neu geordnet. Dadurch entfielen die bisher eigenständigen Kreisfeuerwehrverbände aus anderen Kreisen, die regional in den neuen Kreisen aufgingen, wie Laupheim, Riedlingen, Saulgau, Wiblingen oder Waldsee.

Die Zwangsauflösung

Am 21. Januar 1937 wandelte das Innenministerium des Landes Württemberg die Kreisfeuerwehrverbände und den Landesfeuerwehrverband nach preußischem Vorbild in „Körperschaften des öffentlichen Rechts“ um. Damit verloren die Verbände ihre demokratische Struktur.

Unter nationalsozialistischer Prägung wurde der 10. Kreisfeuerwehrtag am 20. 11. 1938 in Biberach als Führerapell abgehalten. Ursprünglich war er übrigens am 12. 6. 1938 in Hürbel geplant, der wegen einer stark auftretenden Maul- und Klauenseuche verlegt werden musste. Mit verschiedenen Schauübungen wurden neue Taktiken und Geräte vor- sowie Schulungen durchgeführt. Den 10. Kreisfeuerwehrtag begleiteten Landrat Dr. Witzigmann und Kreisfeuerlöschinspektor Hummler aus Ochsenhausen.

Der Paragraph 6 des Reichsfeuerlöschgesetz vom 23. 11. 1938 bedeutete die Ankündigung der Auflösung des Kreisfeuerwehrverbands Biberach.

„Die von den Freiwilligen Feuerwehren gebildeten Vereine und Verbände werden aufgelöst.

Der Reichsminister des Innern bestimmt den Zeitpunkt der Auflösung und regelt die Rechtsnachfolge.“ Als gemeinnützige Organisation und „ohne öffentliche Aufgabe“ sind die Wehrverbände noch übergangsweise geduldet worden.

Landesbranddirektor Fleck wies in einem Schreiben vom 31. 3. 1939 an den Kreisfeuerwehrverband Biberach auf die Neuordnung der Zuständigkeiten hin.

Mit der Durchführungsverordnung zum „Gesetz über das Feuerlöschwesen“ vom 24. 10. 1939 wurden letztendlich alle Verbände zwangsaufgelöst. Am 12. 9. 1940 ist der Kreisfeuerwehrverband Biberach auf Anweisung des Reichsinnenministeriums vom 21. 3. 1940 aus dem Vereinsregister gelöscht worden.

Die Neuordnung

Nach dem Krieg wurde das Feuerwehrwesen in Süddeutschland durch die Besatzungsmächte neu organisiert und geprägt. Der Kreis Biberach war Teil der französischen Besatzungszone. Die französische Militärregierung begann ab Oktober 1945 mit der Reorganisation der Feuerwehren. Das bedeutete die Außerkraftsetzung des bisherigen Feuerwehrrechts und Entnazifizierung des Personals. Die Militärregierung führte, nach französischem Vorbild, eine straffe, zentrale Führung des Feuerwehrwesens in den Landkreisen ein. Das „Statut des Feuerlöschwesens“ vom 25. 4. 1947 legte die Organisationsform der Feuerwehren im Land Württemberg-Hohenzollern gesetzlich fest. Die Verwaltung des Feuerwehrwesens ging von den Kommunen auf die Kreisebene über, die dafür sogenannte interkommunale „Kreisfeuerlöschverbände“ gründen mussten. Der flächendeckende Brandschutz sollte mit einer deutlichen Personalreduzierung und überörtlich tätigen motorisierten Feuerwehren mit örtlichen Löschgemeinschaften als Unterstützungsmannschaft gelöst werden. Eine Entwicklung, die sich als falsch erwies und im Anschluss wieder zur Bildung der örtlichen Feuerwehren führte.

Am 1. 4. 1949 wurde der Kreisfeuerlöschverband Biberach gebildet, dem Fritz Riehlein als erster Kreisbrandmeister im Landkreis Biberach vorstand. Er nahm anfangs gegenüber den wieder schnell entstehenden Kreisfeuerwehrverbänden und dem Landesfeuerwehrverband eine distanzierte Haltung ein. Ein Grund dafür war, dass er zu diesem Zeitpunkt eine eigene Parallelstruktur der Feuerwehren im Landkreis nicht für notwendig hielt und die Bedürfnisse aller Feuerwehren durch den Kreisfeuerlöschverband abgedeckt sah. Er übernahm deshalb auch die Organisation der ersten Veranstaltungen, Zusammenkünfte, Kommandantendienstbesprechungen, Aus- und Fortbildungen auf Kreisebene.

Mit dem Feuerwehrgesetz Baden-Württemberg vom 6. 2. 1956 wurde das Statut aufgehoben und Verantwortlich- und Zuständigkeiten von Kommunen und Kreisen für das Feuerwehrwesen geregelt. Der Landkreis Biberach beschloss im selben Jahr die Fortführung des Kreisfeuerlöschverbandes mit entsprechenden Anpassungen an die gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Der Kreisfeuerwehrtag am 4. 9. 1960 in Ochsenhausen wurde eine umfangreiche Veranstaltung bei der erstmals auch Wettbewerbe zur Darstellung der Leistungsfähigkeit der Feuerwehren durchgeführt wurden. Der Kreisbrandmeister berichtete über den aktuellen Stand und Entwicklungen der Feuerwehren im Landkreis. Neben einer großangelegten Schauübung wurden auch Fahrzeugtechnik und Geräte präsentiert. Den Tag rundete ein Umzug der Teilnehmer mit einem anschließenden unterhaltsamen Kameradschaftsabend ab.

Es zeigte sich, dass mit den wachsenden Aufgaben der Verwaltung die Organisation solcher Veranstaltungen auf Dauer durch das Landratsamt nicht sinnvoll ist und es begannen die ersten Gespräche, und Planungen, die zu einer Gründung des Kreisfeuerwehrverbandes führten.

Der Neustart

Erst am 29. Mai.1963 erfolgte nach 24 Jahren die Neugründung des Kreisfeuerwehrverbandes Biberach im Gasthaus Strauß in Biberach. Kreisbrandmeister Fritz Riehlein und der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg, Karl Hollerbach aus Ulm, unterstützten und begleiteten den Prozess. Wilhelm Bopp, Kommandant der Feuerwehr Biberach, wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Stellvertreter wurde Hans Unseld, Kommandant aus Ochsenhausen. Den Zweck des Verbandes formulierte Karl Hollerbach wie folgt: „…die Kameradschaft zwischen den einzelnen Wehren und ihren Männern zu fördern, sowie Vermittler zu sein zwischen den Feuerwehren und Brandschutzorganisationen…“ Darüberhinaus sah er auch in der Organisation von Tagungen und Veranstaltungen eine zentrale Aufgabe des Verbandes. Bis 1964 sind 80 von 87 Gemeinden Mitglieder im Kreisfeuerwehrverband. Die übrigen Gemeinden Bellamont, Füramoos, Kirchdorf, Hürbel, Mettenberg, Tannheim und Mittelbiberach folgten zeitnah im Jahr 1965. Der Kreisfeuerwehrverband gehörte zu den letzten Gründungen im Regierungspräsidium Württemberg-Hohenzollern nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Anschluss folgten nur noch Münsingen und Wangen.

 

Der Verband heute

Der Kreisfeuerwehrverband Biberach e. V. repräsentiert und vertritt die Interessen der Feuerwehren gegenüber Öffentlichkeit und Verwaltung. Er bildet ein unabhängiges und beratendes Fachgremium zur kommunalen und Kreisverwaltung. Die Organe des Kreisfeuerwehrverbandes bilden die ehrenamtlichen Vertreter des Ausschusses und Vorstands. Einmal im Jahr werden eine Verbandsversammlung und Kommandantendienstbesprechungen abgehalten. Er ist mit Sitz und Stimme Mitglied im Landesfeuerwehrverband. Deshalb ist der Kreisfeuerwehrverband nicht mit der Einrichtung des Landkreises Biberach, dem Kreisfeuerlöschverband, zu verwechseln. Mitglieder sind alle Feuerwehren aus dem Kreisgebiet mit rund 5300 ehrenamtlich tätigen Frauen und Männern.

Der Kreisfeuerwehrverband Biberach engagiert sich im Bereich der Fort- und Weiterbildung und dem damit verbundenen Austausch feuerwehrtechnischer Erfahrungen, der Brandschutzerziehung bzw. -aufklärung. Ein weiteres besonderes Anliegen ist ihm die Förderung und Betreuung der Kinder- und Jugendfeuerwehren, der Feuerwehrmusikzüge sowie der Abteilungen der Alterskameraden. Der Verband organisiert darüberhinaus Veranstaltungen, wie den alle paar Jahre stattfindenden Kreisfeuerwehrtage, Gemeindebesuche, Floriansfeiern, Orientierungsfahrten, Feuerwehrduathlon, Feuerwehrwettkämpfe mit Feuerwehr Leistungsabzeichen, Geschicklichkeitsfahren für Maschinisten, Jugend-Sportpokale und –leistungsspangen uvm.

Feuerwehrtage im Landkreis Biberach

1928 bis 1938

  1. Bezirksfeuerwehrtag 26. 5. 1929 Ochsenhausen
  2. Bezirksfeuerwehrtag 11. 5. 1930 Ummendorf
  3. Bezirksfeuerwehrtag 10. 5. 1931 Warthausen
  4. Bezirksfeuerwehrtag 5. 6. 1932 Erolzheim
  5. Bezirksfeuerwehrtag 21. 5. 1933 Biberach
  6. Kreisfeuerwehrtag 27. 5. 1934 Maselheim
  7. Kreisfeuerwehrtag 2. 6. 1935 Ingerkingen
  8. Kreisfeuerwehrtag 24. 5. 1936 Rottum
  9. Kreisfeuerwehrtag 6. 6. 1937 Mittelbiberach
  10. Kreisfeuerwehrtag 20. 11. 1938 Biberach

1951 bis 1962 (Organisation KFLV)

  1. Bezirksfeuerwehrtag 23. 9. 1951 Schwendi
  2. Bezirksfeuerwehrtag 3. 5. 1953 Schussenried
  3. Kreisfeuerwehrtag 30. 9. 1956 Erolzheim
  4. Kreisfeuerwehrtag 4. 9. 1960 Ochsenhausen (Wettk)

ab 1963

Kreisfeuerwehrtag 26.-27. 9. 1964 Rot an der Rot

  1. Kreisfeuerwehrtag 3.-4. 9. 1966 Biberach
  2. Kreisfeuerwehrtag 29.-30. 6. 1968 Unterbalzheim
  3. Kreisfeuerwehrtag 27.-29. 6. 1970 Eberhardzell
  4. Kreisfeuerwehrtag 8.-11. 9. 1972 Bad Schussenried
  5. Kreisfeuerwehrtag 6.-9. 9. 1974 Riedlingen
  6. Kreisfeuerwehrtag 15. 8. 1976 Aßmannshardt
  7. Kreisfeuerwehrtag 29.-31. 8. 1980 Ochsenhausen
  8. Kreisfeuerwehrtag 18.-20. 6. 1982 Bad Buchau
  9. Kreisfeuerwehrtag 21.-24. 6. 1984 Erolzheim
  10. Kreisfeuerwehrtag 11.-13. 7. 1986 Schemmerhofen
  11. Kreisfeuerwehrtag 5.-8. 8. 1988 Offingen
  12. Kreisfeuerwehrtag 24.-27. 5. 1990 Mittelbiberach
  13. Kreisfeuerwehrtag 20.-23. 8. 1992 Schwendi                              
    Tag d. Feuerwehr  27.8.1994  Haslach
  14. Kreisfeuerwehrtag 8.-9. 6. 1996 Uttenweiler
  15. Kreisfeuerwehrtag 7. 6. 1998 Untersulmetingen
  16. Kreisfeuerwehrtag 17.-18. 6. 2000 Dürmentingen
  17. Kreisfeuerwehrtag 3.-5. 6. 2005 Ochsenhausen
  18. Kreisfeuerwehrtag 3.-5. 7. 2009 Warthausen
  19. Kreisfeuerwehrtag 12.-15. 6. 2015 Erolzheim
  20. Tag der Sicherheit 12. 5. 2013 Biberach
  21. Tag der Sicherheit 8.4.2017  Biberach

 Quelle: Protokollbuch des Kreisfeuerwehrverbandes Biberach                                                                                                                                                        Zusammengefasst von Sascha Weihs

Der Landkreis Biberach hat eine Fläche von 1409,81 km², er liegt im Süden der Bundesrepublik Deutschland im Bundesland Baden-Württemberg und hat über
180 000 Einwohner. Der überwiegend ländlich strukturierte Landkreis hat momentan die geringste Arbeitslosenquote Deutschlands und besonders in Biberach, Laupheim und Bad Schussenried namhafte Weltfirmen.

Die Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes nach 1963

    

    Wilhelm Bopp 1963 - 1965                  Helmut Schneider 1979 - 1994                     Josef Kerler 1994 - 1999                 
          und 1969 - 1979                                         

 

 

                            

     Ludwig Zweifel 1999 - 2004                          Klaus Merz 2004 - 2015                        Berthold Rieger 2015 -

 

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