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Die Kriegsgräbergruppe der Feuerwehrsenioren auf Ausflugsfahrt

Dieses Mal stand nicht Arbeit auf dem Plan, ganz im Gegenteil, die Kriegsgräbergruppe der Feuerwehrsenioren, ihre Frauen und weitere Interessenten begaben sich für fünf Tage in die Oberlausitz und besuchten dort die Städte Bautzen, Görlitz und Zittau.

Die Kriegsgräbergruppe der Feuerwehrsenioren dieses Mal auf Ausflugsfahrt

Dieses Mal stand nicht Arbeit auf dem Plan, ganz im Gegenteil, die Kriegsgräbergruppe der Feuerwehrsenioren, ihre Frauen und weitere Interessenten begaben sich für fünf Tage in die Oberlausitz und besuchten dort die Städte Bautzen, Görlitz und Zittau. Für alle Teilnehmer hinterließ diese Reise in den Osten des Bundeslandes Sachsen zahlreiche neue Eindrücke, zumal für den überwiegenden Teil der Reisegruppe diese Grenzregion zu Polen und der Tschechei Neuland war. 

Im Vogtland konnten wir das erste imposante Bauwerk bestaunen. Die Göltzschtal-brücke, eine Eisenbahnbrücke, komplett aus Ziegelsteinen erbaut, gilt mit ihren 78 Meter Höhe und 574 Meter Länge als größte Ziegelsteinbrücke der Welt. 

Schon der erste Anblick der Stadtkulisse von Bautzen war beeindruckend und entschädigte die Teilnehmer für die lange Anfahrt.  Die Stadt, an der Spree gelegen und im Krieg von Zerstörungen weitgehend verschont, erwies sich mit ihren vielen Türmen und markanten Bauwerken als wahres Highlight. Die Altstadt, tadellos renoviert, präsentierte sich in einem nicht vermuteten Zustand. Die alten Häuser behielten ihr historisches Aussehen, teilweise mit Stuckverzierungen, sie wurden lediglich mit farblichen Anstrichen versehen und geben der Stadt eine ganz besondere Note. Auch wenn die Hitze und das allgegenwärtige Kopfsteinpflaster ein gewisses Durchhaltevermögen abverlangten, so entschädigte doch die kurzweilige Stadtführung. Der Dom Sankt Petri, eine der größten Simultankirchen Deutschlands, auf dem Turm wohnt übrigens ein Türmer, der schief stehende Reichenturm, die Alte Wasserkunst, ein Rundturm, der Jahrhunderte lang für die Wasserversorgung der Stadt sorgte, sind nur wenige Beispiele für wichtige Bauwerke der Stadt. Auch wenn Bautzen von vielen mit dem berüchtigten Gefängnis in Verbindung gebracht wurde, so erhielt die Stadt nach den zahlreichen Informationen ein anderes Gesicht.  Auch die Geschichte der Sorben, die als slawischer Volksstamm einst hier einwanderten und ihre Sprache, ihre Bräuche und ihre Tracht beibehielten, wurden ausführlich erklärt. Ein Abendessen in einem sorbischen Lokal in Bautzen (sorbisch Baudysin), der Hauptstadt der Sorben, vertiefte die Kenntnisse über diese Volksgruppe. Natürlich gehörte ein Besuch der Berufsfeuerwehr auch zum Programm. Sehr motiviert zeigte und erklärte ein Feuerwehrkamerad den interessierten Besuchern aus Oberschwaben die Organisation und die Ausrüstung der Bautzener Wehr, die trotz ihrer 37 000 Einwohner eine Berufsfeuerwehr hat.

Die folgenden Tage waren ausgefüllt mit Fahrten ins Zittauer Bergland, dem angrenzenden Zittauer Gebirge und in die Stadt Zittau selbst. Die Landschaft im Dreiländereck hat Mittelgebirgscharakter und beheimatet die sogenannten Umgebindehäuser, die unter Denkmalschutz stehen. Diese ursprünglich einfachen Holzhäuser wurden mit umlaufenden Balken und einem Fachwerksystem umgeben und aufgestockt und mit Stelzen an den Ecken und Wänden versehen. Damit waren die inneren Blockstuben durch den äußeren, typischen Fachwerkverband eingebunden und stabilisiert. Charakteristisch sind neben dem Fachwerk die Bögen über den Fenstern und damit unterhalb der umlaufenden Balken.

Auch die Stadt Zittau lernte die Gruppe in einer Führung kennen. Neben den zahlreichen historischen Gebäuden, die ebenso sorgsam renoviert wurden, wurde auch das weltbekannte Fastentuch, das in der Kirche zum Heiligen Kreuz zu bewundern ist, besucht.  Den Abschluss im Zittauer Gebirge bildete eine Fahrt mit der Dampfeisenbahn ins landschaftlich einmalige gelegenen Oybin,

Auch die östlichste Stadt Deutschlands stand auf dem Programm: Die Grenzstadt Görlitz, an der Neisse und in der Nachbarschaft zu Polen gelegen zeigte sich in einzigartiger Weise mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Im letzten Weltkrieg wurde sie kaum zerstört, so blieben die vielen Bau- und Kulturdenkmäler erhalten. Nach der Wende wurden die allermeisten wertvollen Gebäude in Eigeninitiative und stattlicher Unterstützung sorgfältig renoviert. Nicht umsonst dient die Stadt immer wieder als Kulisse für Filmemacher.

Den Abschluss der Reise bildete neben einem Halt am Berzdorfer See, einer inzwischen gefluteten Braunkohlegrube, die Besichtigung des Zisterzienserinnenklosters Marienthal. Mit viel Herzblut führte eine Novizin die Gruppe durch das Kloster und erklärte sowohl die Geschichte als auch das Leben und die Aufgaben der dort lebenden Klosterfrauen. Als einziges Frauenkloster, das im 13. Jahrhundert gegründet wurde, besteht es bis heute ohne Unterbrechung, auch in der Zeit des Nationalsozialismus und unter dem DDR-Regime.  Nach einem verheerenden Hochwasser, das 2010 die gesamte Klosteranlage überflutete und große Schäden anrichtete, wurden alle Gebäude inzwischen wieder renoviert und bieten Raum und Zeit für vielfältige kulturelle Veranstaltungen.

Mit diesem informativen Klosterbesuch ging eine Reise zu Ende, die allen Teilnehmern der Gruppe viel Wissenswertes vermittelt und gleichzeitig eine Landschaft präsentiert hat, die geschichtsträchtig und zugleich sehenswert war. Zudem konnte mancher Zweifelnde überzeugt werden, dass die finanziellen Hilfen nach der Wende hier sinnvoll angelegt wurden.

 

 

Bild 1: Der „schiefe Turm“ von Bautzen: Der Reichenturm

Bild 2: Bautzen: Sorgsam renovierte Häuser in der Altstadt

Bild 3: Das Bautzener Rathaus

Bild 4: Bautzen, Blick auf die Spree

Bild 5: Weltweit bekannt: Bautzener Senf

Bild 6: Bautzener Türme am Abend

Bild 7: Bei der Berufsfeuerwehr Bautzen

Bild 8: Führung durch die Feuerwache

Bild 9: Die Gruppe vor der Drehleiter

Bild 10: Die Göltzschtalbrücke im Vogtland

Bild 11: Görlitz: Festungswerk Kaisertrutz

Bild 12: Görlitz: Das historische Kaufhaus „Zum Strauß“

Bild 13: Görlitz: Der St. Georgsbrunnen am Obermarkt

Bild 14: Görlitz: Der Schönhof, ältestes Renaissance-Bauwerk

Bild 15: Blick über die Neisse in den polnischen Stadtteil

Bild16:  Görlitz: Stadtkirche St. Peter und Paul

Bild 17: Kloster Marienthal bei Görlitz

Bild 18: Bergkirche in Oybin

Bild 19: Im Sorbischen Restaurant in Bautzen

Bild 20: Ein Umgebindehaus im Zittauer Bergland