Präsident des DFV zu Gast im Landkreis

 

Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Martin Gerster (SPD) besuchte der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) Hans-Peter Kröger am 29. Juni den Landkreis Biberach. Nach einer kurzen Visite beim Laupheimer Kinderfest traf er sich in Ochsenhausen mit Landrat Dr. Heiko Schmid und dem Vorsitzenden des KFV Berthold Rieger. Thema der Besprechung, an der auch Bürgermeister Andreas Denzel und Kdt. Torsten Koch teilnahmen waren allgemeine Feuerwehrthemen und schwerpunktmäßig der geplante Gerätehausneubau. In Riedlingen, der nächsten Station des Besuchs führte Günther Hübler die Gäste durch sein Feuerwehrmuseum, wo auch Bürgermeister Marcus Schafft und Kdt. Stefan Kuc anwesend waren. Bei einem Rundgang durch die Donaustadt wurde besonders der Hochwasserschutz thematisiert. In Biberach stand neben allgemeinen Fragen auch der Neubau des Feuerwehrhauses zur Debatte, dessen Planung von OB Norbert Zeidler vorgestellt wurde. Beim Abschluss des Kreisbesuchs in Warthausen referierte Präsident Kröger vor den versammelten Feuerwehrführungskräften aus dem Landkreis und der Umgebung und führte u.a. folgendes aus:
Ein System, das auf Freiwilligkeit beruht, brauche einen anderen Umgang als zentral geführte Organisationen wie Polizei oder Bunderwehr. „Feuerwehrleute kann man zwar nach Hause schicken – aber sie kommen dann ganz sicher nie wieder“, sagte Kröger. Er plädierte für eine schrittweise Modernisierung des Feuerwehrwesens „ohne ruckartige Störungen - für die Führungskräfte sicherlich eine neue Herausforderung“. Ein gelungenes Beispiel eines solchen Veränderungsprozesses hatte der Präsident auch parat: Vor Jahren kaum vorstellbar, stehen Frauen in vielen Wehren mittlerweile ganz selbstverständlich ihren Mann.
Kooperation statt Wettbewerb
Kröger appellierte an die Kommandanten, zum Erhalt ihrer Wehren enger zusammen zu arbeiten. So könnten sich Wehren Spezialgeräte teilen, um in der Fläche eine bessere Ausstattung zu erreichen, ohne die kommunalen Budgets zu belasten.
Einen wichtigen Schwerpunkt in der Arbeit der Feuerwehren sieht Kröger in der Zusammenarbeit mit den örtlichen Betrieben. Deren Kooperationsbereitschaft sei hoch geschätzt, und Mitglieder der Jugendfeuerwehr, die in der Gemeinde einen Ausbildungsplatz finden, blieben in aller Regel in der Feuerwehr. Die Kontaktpflege mit den Betrieben in der Gemeinde sah der Bundesfeuerwehrpräsident daher als essentiell an.
Rekrutierungsoptionen
Bei der Nachwuchssicherung sei der Landkreis im Vergleich zu anderen Regionen schon einen Schritt weiter: Neben den Jugendfeuerwehren gibt es inzwischen auch Kinderfeuerwehrgruppen, in denen schon Grundschüler spielerisch an die Aufgaben heran geführt werden. Man müsse aber noch weiter denken, sagte Kröger, beispielsweise an Inklusion. „Auch ein Rollstuhlfahrer kann durchaus bestimmte Aufgaben übernehmen und die Wehr damit entlasten.“ Auch Integration sei eine Option, um die Potenziale von Menschen mit Migrationshintergrund auszuschöpfen. Der Deutsche Feuerwehrverband initiiert derzeit sogar Projekte zum Thema Flüchtlinge, von denen Kröger sich Signalwirkung erhofft.
Generell sieht Kröger das deutsche Feuerwehrwesen auf einem guten Weg. „Die freiwilligen Feuerwehren sind ein tragendes Element unserer Gesellschaft, in dem sich viele hochmotivierte Menschen engagieren.“ Deshalb ist er überzeugt, dass das System der ehrenamtlichen Hilfeleistung Bestand haben wird. Es könne bei Bedarf mit hauptamtlichen Kräften ergänzt, aber nicht ersetzt werden. „Ich bin mir sicher, dass wir auch in den nächsten Jahren noch einen guten Job machen werden“, so sein optimistischer Ausblick.

 

Präsident Hans-Peter Kröger beleuchtet das Feuerwehrwesen und weist in die Zukunft

Vorsitzender Berthold Rieger (re.) überreicht dem Präsidenten ein gedrechseltes Strahlrohr. Links Martin Gerster (MdB)

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Fotos: KFV Jutta Cook/ac